Renata Alt

Internationaler Tag zur Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung

Menschenrechtsverletzung nicht zu rechtfertigen

Aus Anlass des heutigen Internationalen Tags zur Überwindung weiblicher Genitalverstümmelungen erklärt die Berichterstatterin für Frauenrechte, Renata Alt MdB: 

"Genitalverstümmelungen sind Menschenrechtsverletzungen, die durch keine Traditionen zu rechtfertigen sind. Sie fügen Mädchen und jungen Frauen physische und psychische Schäden zu, unter denen die Opfer lange leiden."

Seit der Einstufung als Menschenrechtsverletzung durch die Vereinten Nationen 1993 seien zwar viele Fortschritte gemacht worden. Doch dass in einigen afrikanischen Ländern noch immer nahezu 100 Prozent der Mädchen beschnitten werden, sei "schlichtweg nicht akzeptabel und ein Rückschritt im Kampf gegen", so Renata Alt MdB. Insbesondere in Somalia, Guinea und Djibouti werden heute zwischen 93 und 98 Prozent aller Mädchen beschnitten.

Als Berichterstatterin für Frauenrechte im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung betont sie: "Der Kampf gegen die Eingriffe in die körperliche Unversehrtheit junger Mädchen muss weitergeführt werden. Hier sehe ich auch die Bundesregierung in der Pflicht, durch Bildungsmaßnahmen und Kooperationen im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit tätig zu werden".

Auch wenn der Anteil Neubetroffener seit gut 30 Jahren stetig sinkt, wird es laut einer Studie des Kinderhilfswerks Unicef noch bis mindestens 2030 dauern, diese Praxis endgültig zu besiegen. Schätzungen gehen von weltweit 200 Millionen Opfern weiblicher Genitalverstümmelung aus.